Verkaufsoffene Sonntage oder auch die bevorstehende Fuldaer Einkaufsnacht sind Instrumente des Einzelhandels zur Stärkung ihrer Position und zur Kundenbindung. Immer stärker sieht sich gerade der innerstädtische Einzelhandel mit riesigen Einkaufszentren oder Factory Outlet Centern auf diversen "Grünen Wiesen" konfrontiert.
Doch nicht allen gefallen diese Ausweitungen der normalen Öffnungszeiten. Fuldas Medien wollten wissen: Wie steht die FDP dazu. Fuldas FDP-Ortsvorsitzender Peter Wolff nahm dazu Stellung.
Die großen Gewerbeparks vor der Stadt nutzen ihr großflächiges Angebot und die tausenden von kostenlosen Parkplätzen zur Kundengewinnung. "Der innerstädtische Einzelhandel ist aufgrund seiner historischen Entwicklung zum großen Teil kleinteilig, über große Parkflächen verfügt er kaum, in solch einer Lage ist es nur folgerichtig, wenn Handel, Stadt und örtliche Gastronomie nach Wegen suchen, die Kunden wieder in die Zentren zu locken, um Leerstände und Niedergang zu verhindern", sagt Fuldas FDP-Vorsitzender Peter Wolff.
Natürlich kann es für die Beschäftigten belastend sein, wenn Sonntags oder Abends gesarbeitet werden muss, glaubt Wolff, andererseits gäbe es auch in anderen Berufszweigen Nacht-, Sonntags- und sogar Schichtbetriebe. Es liegt an den Tarifparteien dafür zu sorgen, so Wolff, dass ein adäquater Ausgleich geschaffen wird. Ein persönlicher Muße- oder Ruhetag, muss für Wolff nicht zwangsläufig an einem Sonntag sein.
Auch im Wochenverlauf könne man sich erholen, entspannen oder auch in die Kirche gehen. "Fragen wir uns doch alle, ob wir es wollen, dass in einigen Jahren die Städte verödet sind. Auch wir als Kunden müssen das Angebot, die Qualität und das Ambiente von innerstädtischem Einzelhandel und Gastronomie wieder schätzen lernen", sagt Wolff.
Gerade für die FDP ist es deshalb wichtig zu verhindern, dass durch immer neue Handelsansiedlungen ein Kannibalismuseffekt zum Tragen kommt, der dafür sorgt, dass für alle nur noch ein bisschen und damit zu wenig vom Kuchen übrig bleibt, den der Konsument zu verteilen bereit ist. Auch die Städte mit ihrem kulturellen Angebot leben von einer gewissen Frequenz an Besuchern, so Wolff, die man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen sollte. "Wohin unternehmerische Fehlentwicklungen führen sieht man gegenwärtig an Quelle und Karstadt, deshalb ist es richtig und konsequent, dass sich die beteiligten Unternehmen in der Innenstadt um gemeinsame Frequenzbringer bemühen", glaubt Wolff.
Die Fuldaer Einkaufsnacht ist zudem in die Eröffnung des Weihnachtsmarktes eingebettet und soll mit stilvollem Ambiente und gutem Angebot diesen einen Abend zu einem Erlebnis für die Kunden machen und dadurch zu einer langfristigen Kundenbindung führen. Auch für die Beschäftigten sieht Wolff in den Verkaufsoffenen Sonntagen oder einer Einkaufsnacht die geringere Belastung, als später ohne Arbeit "auf der Straße" zu stehen, weil die Kunden ausschließlich auf die Grüne Wiese fahren.
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