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FULDA. Mario Klotzsche, Fraktionschef der FDP im Kreistag, fordert Konsequenzen aus dem drastischen Absturz des Landkreises Fulda im europäischen Standort-Ranking, das im manager-magazin veröffentlicht wurde. Die Region braucht ein Leitbild 2020, in dem klar wird, wie die Stärken besser zur Geltung kommen und wie die strukturellen Schwächen abgearbeitet werden sollen.
Der Landkreis Fulda landet 2009 gegenüber 2007 auf Platz 537 des europäischen Standort-Rankings und verschlechterte sich damit um mehr als 80 Plätze. Das Abschneiden ist besonders deshalb problematisch, weil sich viele andere Regionen in Deutschland deutlich dynamischer entwickelt haben. Nur wenige Regionen in Deutschland mussten Plätze einbüßen. Leider gehört auch Fulda dazu. Selbst Nachbarkreise wie der Vogelsberg liegen vor Fulda.
Die Studie zeigt, dass die Welt in Fulda längst nicht mehr so rosig aussieht, wie es vor allem die Kommunalpolitiker der CDU seit Jahren behaupten. „Wir sollten das Ergebnis der Untersuchung sehr ernst nehmen und genau analysieren, wie wir zu mehr wirtschaftlicher Dynamik kommen.“, so Klotzsche. Es zeigen sich immer mehr wirtschaftliche und strukturelle Probleme in der Region.
Zwar ist die Arbeitslosenquote im landesweiten Vergleich im Kreis Fulda gering, das liegt aber auch an der großen Zahl von Pendlern in das Rhein-Main-Gebiet. „Es muss uns zu denken geben, wenn große Unternehmen sich aus Fulda zurückziehen oder ihre Präsenz reduzieren wie es beispielsweise die Helios-Kliniken oder der Arbeitsvermittler adecco taten und es gleichzeitig kaum gelingt bedeutende neue Unternehmen anzusiedeln.“, so Klotzsche weiter.
Nach wie vor liegt die Kaufkraft in der Region unter dem Landesdurchschnitt. Das Gleiche gilt für das Steueraufkommen der Städte und Gemeinden. Ein Problem ist für die Region, dass es zu wenige Jobs für hochqualifizierte Menschen gibt. „Wir wissen alle, dass in Zukunft Wissenschaft und Forschung eine größere Rolle spielen werden und hier das größte Potential für gutbezahlte Arbeitsplätze besteht.“, so Klotzsche. Doch gerade in diesem Bereich ist die Region Fulda nicht gut aufgestellt.
„Uns fehlen im Vergleich zu anderen Regionen eindeutig High-Tech-Unternehmen und hochqualifizierte Dienstleistungsunternehmen.“, so der FDP Fraktionschef weiter. Die ländliche Struktur der Region ist keine Ausrede für das schlechte Abschneiden. Gerade ländliche Kreise in Bayern und Baden-Württemberg haben Spitzenplätze beim Ranking erzielt. „Von diesen Regionen müssen wir lernen.“, so Klotzsche.
Klotzsche fordert deshalb die Entwicklung eines klaren Leitbildes für die Zukunft der Region im Jahr 2020. Dazu gehört die Festlegung von Schwerpunkten, die Verzahnung des Standort-Marketings von Wirtschaft, Kreis und Stadt Fulda. Eine koordinierte Planung bei der Ansiedlung neuer Unternehmen und Gewerbeflächen. „Es macht keinen Sinn, wenn sich bei jedem neuen Projekt die Stadt Fulda und die Gemeinden der Stadtregion einen Wettbewerb bis aufs Messer liefern.“, so Klotzsche.
Es muss auch nicht jede kleinere Gemeinde ein eigenes Gewerbegebiet ausweisen, das dann die nächsten zehn Jahre leer steht. Notwendig ist außerdem die Hochschule Fulda und ihre wirtschaftsnahen Fachbereiche stärker in die Wirtschaftsstruktur der Region zu integrieren. Ein großes Manko ist für Klotzsche außerdem die nach wie vor schlechte Versorgung vieler Gemeinden mit dem Breitbandinternet. Leider war in der Vergangenheit Landrat Bernd Woide nicht bereit unsere Vorschläge zu unterstützen und eine federführende Rolle beim Ausbau des Internets zu spielen.
Auch die Entwicklung des Einzelhandels in der Fuldaer Innenstadt ist nicht gut. Durch den Bau des Einkaufszentrums Emaillierwerk wird sich die Situation weiter verschlechtern.
Eine Ursache für die negative Entwicklung sieht Klotzsche in den politischen Mehrheiten. Die CDU verfügt in den meisten Stadt- und Gemeindeparlamenten und im Kreistag seit Jahrzehnten über absolute Mehrheiten. Deshalb werden viele Entscheidungen nur von einigen wenigen Leuten getroffen, ohne wirklich auf die Diskussionen in den Parlamenten oder der Öffentlichkeit einzugehen.
Wer mit neuen Ideen oder Ansätzen kommt rennt oft gegen Mauern. „Wir wollen die Bürger deshalb ermutigen sich in der FDP oder in Zusammenarbeit mit der FDP kommunalpolitisch zu engagieren. Wir nehmen gerne Anregungen von außen auf und wollen den Bürgern wieder mehr Einfluss und Spielräume geben.“, so Klotzsche abschließend.
Mario Klotzsche
Fraktionsvorsitzender
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