Anläßlich des Holocaust-Gedenktag sprach der Publizist und ehemalige israelische Botschafter in Deutschland Avi Primor auf dem Fuldaer Akademieabend im Bonifatiushaus über aktuelle Fragen des Nahost-Konfliktes. Neben vielen Gästen folgten auch zahlreiche Liberale aus dem Kreis seinen Ausführungen und Ideen und trafen ihm am Rande der Veranstaltung zu einem persönlichen Gespräch.
Trotz allgemeinem Pessimismus über einer dauerhaften Frieden und vor allem der Einkehr einer Normalität im arabischen Raum, aber speziell auch der israelisch-palästinensischen Beziehungen, in der öffentlichen Wahrnehmung versprühte Primor, der von 1993-1999 Botschafter des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland war, durchaus positive Gedanken über einen solchen möglichen Friedensschluß.
Einzig die beteiligten Kräfte, vornehmlich die USA und die EU, müßten statt mit Samthandschuhen tatkräftiger auftreten. Beide tun dies seiner Meinung nach aus innenpolitischen Vorbehalten nicht. Wichtiger als ein Friedensvertrag auf Papier sei den Israelis wirkliche Sicherheit und die müsse von einem robusten (UN-) Mandat statt den bisherigen Beobachtern gewährleistet werden. Dieses Mandat könne durchaus auch von muslimischen Kräften (z.B. aus der Türkei) wahr genommen werden könne.
Auf die Frage des FDP-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Mario Klotzsche, wie er das iranische Atomprogramm im Hinblick auf die Sicherheit des Staates Israel sehe, erwiderte Primor, dies seien Muskelspiele des Irans die vornehmlich dazu dienen, sich als starke Kraft im Nahen Osten zu positionieren. Insbesondere Syrien, Irak, Saudi-Arabien und den arabischen Kleinstaaten solle damit demonstriert werden, wer in dieser Region das Sagen habe. Er selbst glaube nicht, dass dies für Israel gefährlich sei. Die Führungselite im Iran nutze nur Israel als Feindbild, um im arabischen Lager zu punkten.
Neben Fuldas liberaler Stadträtin Sibylle Herbert, konnten auch der Ortsvorsitzende Peter Wolff (links), der Tanner Fraktionsvorsitzende der FDP Jörg Witzel und Mario Klotzsche (beide rechts im Bild) nach der Veranstaltung mit Primor sprechen.
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